Petit Prince

Mit zwei Monaten war Petit Prince der jüngste Schimpanse, der je in Tchimpounga aufgenommen wurde. Er war in sehr schlechtem Zustand. Er wurde in einem Auto gefunden, gefesselt in einer Tasche und sein rechtes Bein war durch eine Schlinge eingeschnürt. Infolgedessen konnte er sein Bein nicht bewegen und litt unter ernsten Nervenschädigungen.

Als Petit Prince in die Auffangstation kam, war er sehr unsicher, unwillig die Nähe des Tierpflegers zu verlassen. Er wachte in der Nacht auf, wenn der Tierpfleger nicht an seiner Seite war. Während der Integrationszeit in die Kindergruppe hatte Petit Prince eine schwere Zeit. Das Personal beschloss, dass es besser sei, ihn an einem Platz unterzubringen, wo er mehr Pflege erhalten konnte. Er wurde Gregoire (einem älteren Schimpansen) vorgestellt, der schon viel Erfahrung mit anderen jungen ängstlichen und traumatisierten Schimpansen hatte. Petit Prince wurde langsam in Gruppe sechs eingegliedert und dies war ein Volltreffer. Schnell fand er Freunde. Er verbrachte viele Stunden damit, Purzelbäume in deren Armen zu machen.

Petit Prince ist nun bei bester Gesundheit. Zur Verwirrung der Tierpfleger zieht er sich aber immer mehr zurück. Häufig präferiert er es alleine zu sein, auf ein Dach zu klettern und den andern Schimpansen beim Spielen von dort zuzusehen. Der Grund dafür liegt vielleicht darin, dass er von Hand aufgezogen wurde oder dass er sich nach mütterlicher Liebe sehnt, die er nie erhalten hat.

Er liebt es von seinen menschlichen Freunden geknuddelt zu werden und es scheint, als würde er seine Zeit lieber mit Menschen verbringen, als mit seinen Schimpansenfreunden. Wenn seine Gruppe Richtung Nachtlager geht, löst sich Petit Prince von der Gruppe und fällt in die Arme des nächsten Pflegers und gibt ihm eine Art “Gute-Nacht-Umarmung“.

Es gibt aber einige Schimpansen, deren Gesellschaft Petit Prince genießt. Er wird häufig mit seiner kleinen Freundin und Mentorin Coquelle gesehen, mit der er sehr vertraut wirkt. Sie verbringen viel Zeit um gemeinsam Arm in Arm zu spazieren. Auch verteidigen sie sich gegenseitig bei Konflikten.

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