Sanya Juu (Teil I)

Da war ich nun also endlich: Sanya Juu, das Dorf, in dem ich die meiste Zeit meines Aufenthaltes verbringen sollte. Es liegt zwischen Kilimanjaro und Mt. Meru und der Großteil der Menschen hier lebt von der Landwirtschaft. Über einen Feldweg vorbei an kleinen Bananenplantagen und jeder Menge Mangobäumen, erreichten wir das Haus, in dem ich die nächsten vier Wochen zu Gast sein sollte. Begrüßt wurde ich von der „Mama“ und dem „Papa“ des Hauses und ihren vier Kindern. Sie hatten schon auf mich gewartet und freuten sich, dass ich endlich da war. Dativa (die älteste Tochter) zeigte mir mein Zimmer, welches sie extra für mich geräumt hatte. Ein Bett und ein Tisch mit Stuhl befinden sich darin. Einfach, aber defintiv ausreichend. Ich fand wieder einmal beeindruckend, mit welcher Aufgeschlossenheit ich hier aufgenommen wurde. In der Zeit in der ich hier bin, werden die Geschwister in einem Zimmer schlafen, nur damit ich mein eigenes habe.

haus

Dativa zeigte mir auch den Rest des Grundstücks. Bad und WC sind draußen in einem extra Häuschen und die Küche befindet sich ebenfalls draußen in einem kleinen Schuppen.

dusche wc

Außerdem gibt es noch einen kleinen Hühnerstall sowie einen für vier Ziegen.

stall

Fließendes Wasser gibt es nur über einen Zugang im Garten. Einfachste Verhältnisse alsound ganz eindeutig eine Herausforderung für mich. Ich glaube nicht, dass ich eine verwöhnte Person bin und Menschen die mich kennen, können das durchaus bestätigen. Trotzdem musste ich erstmal tief Luft holen, denn die Lebensweise die mich hier erwartete, wird doch einiger Gewöhnung bedürfen. Nach meiner Ankunft und einem schwarzen Tee zusammen mit der Familie wurde mir dann erstmal eine Dusche vorbereitet. Duschen werde ich hier in nächster Zeit, mit auf dem Feuer angewärmten Wasser aus einem Eimer. Was für die Familie ganz normal ist, war für mich im ersten Moment doch recht heftig und ich freue mich bereits jetzt auf meine warme Dusche zuhause. Tja, vielleicht bin ich ja doch irgendwie verwöhnt. Nach der Dusche gab es dann noch Abendessen. Alles selbstgemacht, größtenteils regional angebaut und wirklich sehr, sehr lecker. Nachdem wir ein wenig gequatscht haben – wobei die Verständigung schwierig ist, da nur Dativa einigermaßen Englisch spricht und mein Swahili natürlich zu wünschen übrig lässt – ging es dann auch schon gegen neun ins Bett.

Ich bin nach der langen Fahrt auch direkt eingeschlafen, mitten in der Nacht jedoch aufgewacht, weil mir tatsächlich kalt war. Ich konnte es gar nicht glauben. Nach dieser unglaublichen Hitze in Dar war es hier auf einmal ca. 15 Grad kälter. Wieder eine Frage der Umgewöhnung. Der nächste Tag begann gegen 6 Uhr. Schon kurz nach dem Aufstehen wurde mir wieder warmes Wasser zubereitet, sodass ich duschen konnte. Diesmal war es schon wesentlich einfacher. Man kann sich eben an alles gewöhnen und letztlich brauchen wir sowieso nicht so viel, wie wir in Deutschland haben. Klar, eine richtige Dusche, in der man nur am Hahn dreht und warmes Wasser bekommt, ist toll und komfortabel, aber eben Luxus und nichts Existentielles. Der Aufenthalt hier wird mir definitiv gut tun, denn ich liebe es zwischendurch wirklich zu spüren, wieviel wir eigentlich besitzen und wie wenig davon wir wirklich brauchen.

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