Olmolog und ENDUIMET WMA Headquarters

Der Longido District Commisioner, hat mir nach meinem Besuch, einen Brief ausgestellt, der mir erlaubt mich frei im WMA zu bewegen, Interviews zu führen und Schulen zu besuchen. Mit diesem Brief in Händen sind wir als erstes eine Grundschule in Olmolog Vesty besuchen gefahren. Hier gibt es eine Roots&Shoots Gruppe und wir wollten mal sehen, welche Projekte diese durchführt. Die Schule liegt quasi genau auf der Grenze zum WMA und das dahinterliegende kleine Massaidorf markiert den Anfang.

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In der Schule sprachen wir erst mit dem Direktor und einem anderen Lehrer. Der Direktor erzählt uns u.a. , dass in der letzten Trockenzeit eine Elefantenherde durch das Gebiet gezogen ist und den Brunnen der Schule zerstört hat. Danach zeigt er uns die kleine Baumschule, die von den Schülern unterhalten wird. Baumschule heißt, dass die Schüler einfach nur abgefallene Zweige und Äste in Erde stecken und diese ab und an wässern. Wachsen tuen diese dann im Prinzip von ganz alleine. Jedenfalls dann wenn es sich nicht um bereits totes Holz handelt. Die Setzlinge, die dann Wurzeln gebildet haben, werden irgendwo auf dem Schulgrund wieder eingepflanzt.

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Die Baumschule

Nachdem wir uns alles angesehen hatten, führte uns einer der Lehrer dann in das Dorf in der Hoffnung dort vielleicht noch mehr Informationen bekommen zu können. Er erklärte uns, dass in der Gegend eigentlich sehr viele Bäume und Sträucher standen, diese nun aber größtenteils abgeholzt seien um entweder als Feuerholz genutzt zu werden oder zum Bau von improvisierten Zäunen. Auf dem Foto seht ihr ein typisches Massaihaus und drumherum einen natürlichen Zaun. In diesem Falle ist er aus Sträuchern errichtet um sich zumindest ein wenig vor Wildtieren schützen zu können. Diese Technik wird vorallem in den ärmeren Dörfern angewandt. Die Massai nehmen eben das, was ihnen die Natur zur Verfügung stellt und sie mit den Fähigkeiten, die sie besitzen, nutzen könnn. Die Häuser der Massai werden übrigens von den Frauen errichtet. Die Männer sind meist den ganzen Tag mit dem Vieh unterwegs und die Frauen kümmern sich um Haus und Kind.

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Es ist Markttag und somit nicht ganz soviel los. Wir treffen vereinzelt Frauen mit ihren Kindern, denen wir kurz ein paar Fragen stellen können. Die meisten sind dabei sehr schüchtern und Antworten kurz und knapp. Massaifrauen haben nämlich normalerweise kein Recht ohne das Besein eines männlichen Familienmitgliedes mit Fremden zu kommunizieren. Sie sind wirklich „2nd class citizens“, wie es der Lehrer passend formulierte. Natürlich kennen sie auch nichts anderes. Sie werden als Kinder aus der Schule geholt und verheiratet und von diesem Zeitpunkt an sind sie quasi aller Rechte beraubt. Trotzdem schaffen wir es bei einigen eingeladen zu werden und doch ein paar Informationen zum täglichen Leben zu bekommen. Dabei ist eigentlich jedesmal ein Lachen unsere Eintrittskarte. Bei einer Familie ist dann ein Sohn daheim und wir werden hinein gebeten. Drinnen lernen wir auch die Mama kennen, die allerdings leider nur Massai spricht und nur ein paar Worte Swahili versteht. Während des Interviews mit dem Sohn wirft sie trotzdem zwischendurch ein paar Kommentare dazwischen. Kessy besteht dann darauf von uns ein Foto zumachen.

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Irgendwann während des Interviews gibt mir die Mama dann eine ihrer Ketten – einfach so 🙂
Nachdem alles gesagt war, überreichten Kessy und ich der Familie dann eine Solarlampe vom JGI. Die beiden freuten sich wie kleine Kinder, denn das ist wahrscheinlich das erste Mal, dass sie Licht in ihrem Häuschen haben werden, welches die Luft weder mit Qualm noch Gestank verseucht. Elektrizität gibt es in diesem Dorf nicht und generell scheint es ein sehr vernachlässigter Ort zu sein. Es gibt keine Straßen und kein Wasser und die Wege zum nächsten größeren Dorf sind weit.

Direkt am nächsten Tag fahren wir wieder nach Olmolog. Wir nehmen einen Daladala, also einen Kleinbus, bis nach NgaraNairobi, einem der Haupthandelspunkte vor dem Beginn der WMA. Im Daladala zähle ich dieses Mal 29.5 Personen, 0.5, weil Kinder nicht soviel Platz wegnehmen. Wir sind also quasi übereinander gestapelt und sitzen teilweise auf Säcken mit Kartoffeln und Getreide. Bequem ist das sicherlich nicht, aber jede Möglichkeit von A nach B zukommen wird eben voll ausgenutzt, da es oft nicht genug gibt. In NgareNairobi sammelt uns dann Shukuru ein, den wir während eines Interviews auf dem Markt in Sanya kennengelernt hatten. Er ist ehemaliger Ranger des WMA, Massai und außerdem sehr interessiert an unserer Arbeit und der des JGI in Tansania. Mit seinem Auto bringt er uns dann zum Hauptquartier des WMA, wo ich wiederum ein paar Leute kennenlernen und interviewen darf.

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Shukuru und ich

Nach den Gesprächen gehen wir auf den Markt und reden mit einigen Frauen. Naja eigentlich hatte das Gespräch mit einer Frau begonnen, aber innerhalb von kürzester Zeit waren wir umringt von anderen und das Interview verwandelte sich blitzschnell in eine Gruppendiskussion.

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Die Menschen waren wie immer sehr interessiert und diesesmal redeten die Frauen auch wesentlich unbeschwerter mit uns. Nach dieser Diskussionsrunde kam einer der Vorsitzenden des Dorfes auf uns zu und bot uns an eine Frau zu besuchen,die den Massaischmuck herstellte. Nach diesem Besuch war es dann aber auch genug für diesen Tag und wir machten uns auf den Heimweg, denn schon am nächsten Tag wollte uns Shukuru einer Frauengruppe in TingaTinga vorstellen.

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