Jane Goodall

„To be with Jane Goodall is like walking with Mahatma Ghandi“ schrieb 2002 der Boston Globe.

Diese Äußerung kommt nicht von ungefähr, denn es gibt wohl kaum einen friedlicheren, bescheideneren, energiereicheren und gleichzeitig zielstrebigeren Menschen als jene Britin, die sich 1960 aufmachte, um eine ethische Revolution innerhalb so mancher Wissenschaftsdisziplinen einzuleiten.

Ihre tiefe Spiritualität, Glaubensfähigkeit, Kraft und ihr herzlicher Humor begeistern jeden, der ihr begegnet und zuhört. Neben exakten wissenschaftlichen Ergebnissen liefert sie seit nunmehr 50 Jahren der Öffentlichkeit ein vorbildliches Beispiel, wie respekt- und liebevoll man mit Menschen, Tieren und der Natur – also allen Lebewesen unserer Umwelt – umgehen sollte.

Heute ist Jane Goodall mehr als 300 Tage im Jahr weltweit unterwegs. Unermüdlich setzt sie sich für Artenschutz, Umweltschutz und für die Anliegen ihrer Mitmenschen ein. Nur ab und an kehrt sie in ihr Zuhause in Südengland zurück. Dort verbringt sie zwar die Zeit zwischen ihren Reisen, aber ihre Arbeit  lässt sie dennoch selten ruhen. Denn dann widmet sie sich der Beantwortung von unzähligen Briefen und schreibt an ihren Büchern, in welchen sie ihre Ansichten und Hoffnungen weitergibt.

Nach fast 30 Jahren Erforschung der Schimpansen im Gombe-Nationalpark in Tansania hat Jane Goodall 1986 begonnen, ihre heutige Tätigkeit aufzunehmen und beschlossen, aus dem Regenwald hinaus in die Welt zu gehen – um über die Schimpansen zu berichten, über die Wichtigkeit, diese und ihren Lebensraum, den Regenwald, zu schützen. Dieser ist durch Abholzung stark bedroht und somit auch sämtliche Wildtiere. Jane Goodall erkannte die Zusammenhänge zwischen Artenschutz, Umweltschutz und den Anliegen sowie Bedürfnissen der Menschen.

Bei ihren Reisen lösen sich Vorträge mit internationalen Kongressen zum Schutz des Lebens, der Umwelt und Natur ab. Treffen mit hochrangigen Politikern, Königshäusern und den wichtigen Begegnungen mit den Menschen auf der Straße, mit den Ärmsten der Armen, mit indigenen Völkern rund um die Welt, machen ihr Reiseleben zu einem ruhelosen Abenteuer, aus dem sie tagtäglich neue Kraft und Erkenntnisse für ihre wichtigen Aufgaben in der Zukunft schöpft. Ob als Professorin oder als Präsidentin zahlreicher Organisationen, sie kommt allen Pflichten mit höchster Konzentration auf die unterschiedlichsten Anforderungen Tag für Tag nach.

Jane Goodall regt zum Nachdenken und Handeln an. Sie ruft zu Engagement auf und ermuntert stets zu Aktivismus. Trotz der heutigen Situation motiviert sie alt und jung, nie die Hoffnung aufzugeben. Lesen Sie hier ihren bewegenden Vortrag „Grund zur Hoffnung“.

Heute ist das Leben von Jane Goodall nicht mehr mit jenem in Gombe zu vergleichen:
„Seit 1986 bin ich nirgends länger als drei Wochen an einem Ort. Manchmal muss ich mir beim Aufwachen erst überlegen, wo ich bin. Es fällt mir oft schwer zu schlafen, weil ich immer versuche, zu viele Dinge zu tun. Immer wieder bedrängen mich schreckliche Bilder in dieser Welt, so auch die verzweifelten Blicke von Schimpansen in Ketten oder in Versuchslabors. Das beeinträchtigt sogar meine Beobachtung der frei lebenden Schimpansen. Sobald ich denke ’sind sie nicht glücklich?‘ sehe ich Schimpansen vor mir, die in winzigen Gefängnissen stecken, obwohl sie kein Verbrechen begangen haben. Wer das einmal gesehen hat, kann es nie mehr vergessen.“

Ein besonderes Anliegen von Jane Goodall ist es, viele Kinder und Jugendliche zu treffen. Sie gründete 1991 in Tansania das Jugendprogramm Roots & Shoots. „Dr. Jane“, wie sie von vielen Kindern genannt wird, verbringt die meiste Zeit damit, ihre Botschaft von Artenschutz und ihre Visionen für eine lebenswertere Erde weltweit zu verbreiten.

Jane Goodall kann nicht mehr viel Zeit am Gombe-Stream-Research-Centre verbringen – an jenem Ort, wo alles begann. Aber jedes Mal, wenn sie in Afrika sein kann, ist es für sie eine besonders wertvolle Zeit, die ihr neue Kraft gibt.

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