Heutige Situation der Schimpansen

Weltweit ist eine erschreckende Abnahme der großen Menschenaffen zu beobachten. Der Schimpanse gilt als stark gefährdet und wird von der IUCN (International Union for Conservation of Nature, übersetzt: Weltnaturschutzorganistation) auf der roten Liste geführt. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So hat sich infolge der ständig zunehmenden Entwaldung Afrikas der ursprünglich flächendeckend vorhandene Lebensraum der Schimpansen im Äquatorialbereich stark reduziert. Der Verlust des Lebensraumes stellt sicherlich die größte Gefahr dar.

Eine weitere große Bedrohung ergibt sich auch aus der Jagd sowie dem illegalen Handel mit Buschfleisch (Bushmeat).

“Die Bushmeat-Krise in Afrika, die illegale Jagd auf Wildtiere für kommerzielle Zwecke, droht innerhalb der nächsten zehn bis 20 Jahre zur vollständigen Ausrottung der Menschenaffen und anderer gefährdeter Tierarten in den noch verbliebenen Wäldern Zentral- und Westafrikas zu führen”, so Jane Goodall (Washington Post, 8. April 2000).

Während früher Bushmeat vor allem den Waldvölkern zur Selbstversorgung diente, steigt heute aufgrund des starken Bevölkerungswachstums und der zunehmenden Globalisierung auch die Nachfrage von Bushmeat in Städten. Aber auch wenn die Schimpansen nicht direkt gejagt werden, geraten sie oft in eigentlich für andere Tiere bestimmte Fallen und ziehen sich so starke bis teilweise auch tödliche Verletzungen zu.

Weitere Gründe, die zur Dezimierung der Schimpansen führen, sind derAbbau von Bodenschätzen in den Lebensräumen der Affen und die private Wildtierhaltung. So werden diese Tieren noch immer gerne als “Kuscheltiere” gehalten. Aber auch der Einsatz für Werbung- und Filmzwecke, zur Unterhaltung und zu medizinischen Versuchen führen zur Verringerung ihrer Zahl. Das Jane Goodall-Institut führt seine Projekte im Sinne des ganzheitlichen Artenschutzes durch, das heißt, zusammen mit der Bevölkerung in den gemeinsamen Lebensräumen von Mensch und Schimpanse werden Projekte zum Schutze des Regenwaldes realisiert, Alternativen zur Bushmeat-Jagd und Möglichkeiten zur Ausbildung der Bevölkerung umgesetzt.

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