Gefährdungen und Maßnahmen zum Schutz von Schimpansen

Bushmeat (Buschfleisch)

So wird das Fleisch von illegal getöteten, gewilderten, frei lebenden Tierarten genannt. Das Wildfleisch wird auf den Märkten ganz Äquatorialafrikas  angeboten, wenn nicht auf der Theke, dann hinter der Theke. Darunter ist Fleisch von Menschenaffen – Schimpansen, Bonobos und Gorillas. Dieses Fleisch ist teuer und der Verzehr gehört zum Status von Familien, die etwas auf sich halten. Auch Büffelfleisch, Elefantenfleisch, Fleisch aller Affenarten, Antilopen bis hin zu Vögeln wird tonnenweise angeboten. Kontrollen gibt es nicht oder kaum. Hier einige, wenige Beispiele bekannter Märkte in Afrika: ca. 100.000 kg Buschfleisch pro Monat auf den Märkten von Yaounde (Kamerun); ca. 45.000 kg pro Monat auf den Märkten von Libreville (Gabun), 24.000 kg pro Monat in Quesso (Nord-Kongo). Zunehmend gilt Affenfleisch auch als Delikatesse in Europa und Amerika.

Mit der Bushmeat-Problematik setzen sich unter anderem folgende Organisationen auseinander:

Bushmeat Crisis Task Force: www.bushmeat.org

Bushmeat Kampagne: www.bushmeat-kampagne.de

Bushmeat Projekt: www.bushmeat.net

Abholzung des Regenwaldes

Die Abholzung ist eine der Ursachen für die dramatische Klimaveränderung auf der Erde, für das Verschwinden unzähliger Lebensformen, die drohende Ausrottung der frei lebenden Menschenaffen und unausweichlich die weitere Zunahme der Armut in den Tropenländern. Die Aussichten für uns und für jene Länder sind düster, schaffen sie es nicht, der Vernichtung Einhalt zu gebieten. Doch die Bestechlichkeit von Regierungsmitgliedern und Beamten in manchen Ländern und ihr vorrangig egoistisches Machtinteresse lässt derzeit wenig Hoffnung auf Änderung.

Es wird von rund 130 europäischen Holzunternehmen gesprochen, die sich in Zentral- und Westafrika um Abholzungskonzessionen bemühen und eine ungeheuer einträgliche Ernte von Urwaldriesen einfahren. Hierunter vor allem auch namhafte deutsche Unternehmen. Das Geschäft mit der Abholzung der letzten Tropenwälder blüht. 80 Prozent des Holzes, so wird berichtet, geht nach China, nachdem es dort kaum mehr nennenswerte Wälder gibt und der Holzbedarf extrem steigt.

Ausbeutung der Bodenschätze

Nicht nur die Abholzung afrikanischer Regenwälder und der illegale Buschfleisch-Handel treibt als Ursache unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, in die Ausrottung. Auch die Ausbeutung der Bodenschätze trägt massiv dazu bei, was aus jüngster Vergangenheit durch den brutalen Diamantenkrieg in Sierra Leone bekannt ist. Auch im östlichen Kongo werden die Regenwälder neuerlich vom Bergbau bedroht. Waren es früher noch Gold und Diamanten, die Geschäftemacher auch nach Zentralafrika lockten, ist es jetzt das Mineral Colombo-Tantalit, kurz “Coltan” genannt.  Dieses Coltan wird in den Industrieländern zur Verwendung in Handys und PCs dringend benötigt. Zusätzlich geht es natürlich auch um Erdöl.

Weitere Faktoren, die die Schimpansen gefährden

Feinde der Menschenaffen: Mensch, Leopard, Löwe, Riesenschlangen, Adler – so wird es kurz in mancher Literatur umrissen. Leopard, Löwe und so weiter mögen in Einzelfällen eine tödliche Gefahr sein, doch bedrohen sie nicht die Art. Anders beim Menschen. Neben dem Bushmeat-Drama gefährdet die zunehmende Nähe zu Menschen die Populationen durch Krankheitsübertragungen. Die biomedizinische Forschung erfolgt immer noch an Schimpansen, wenn auch abnehmend. Und da ist die Gefahr der Verschleppung von jungen Menschenaffen über dunkle Kanäle zu Tierschaustellern, für die Unterhaltungsindustrie, zu obskuren Zoos oder schlicht zur Haltung als Haustier. Wenn sie aber erst einmal erwachsen sind, können Menschenaffen ihren Besitzern gefährlich werden – dann wollen diese ihre “Haustiere” schnell loswerden.

Auswirkungen

Durch die Abholzung der Regenwälder, die Jagd auf Wildtiere, denHandel mit Buschfleisch sowie die Ausbeutung der Bodenschätze in bislang unberührten Primärwäldern ergeben sich fatale Folgen. Wenn wir meinen, dass dies alles sehr weit weg ist und uns nicht berührt, so irren wir gewaltig. An dieser Stelle sei nur erwähnt, dass die westliche Welt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten viele Milliarden aufzubringen hat, um die Menschen vor weiterer Verelendung und Kriegen zu schützen. Auch wir Steuerzahler werden zur Kasse gebeten.

Fernerhin haben wir erst kürzlich durch die sich abzeichnende Klimaveränderung lernen müssen, dass die ersten Wirbelstürme bei uns auftauchen und ganze Dörfer vernichten. Die Überschwemmungen und das Abbröckeln der Alpen spricht zudem Bände. Die Waldvernichtung in Afrika, Süd-Amerika und Asien ist eine der wesentlichen Ursachen, wie Wissenschaftler immer wieder warnen. Wir können uns weder den Folgen, noch der Verantwortung entziehen, wenn wir wider besseren Wissens in das filigrane Netzwerk der über Jahrmillionen gewachsenen Ökostrukturen zerstörend eingreifen.

Maßnahmen zur Veränderung

Folgende Maßnahmen sind parallel und zeitnah erforderlich:

  • Aufklärungskampagnen in unseren Ländern, um den Konsum von Tropenhölzern zu stoppen
  • Aufklärungskampagnen in allen Ost-, West- und Zentralafrikanischen Ländern
  • verstärktes Einschalten von Presse, Funk und Fernsehen weltweit
  • Einbeziehung der örtlichen afrikanischen Bevölkerung in den Tropenwaldschutz
  • Intensivierung des sanften Öko- Tourismus, so dass die Bevölkerung einen spürbaren Nutzen daraus zieht
  • Einbindung bisheriger Wilderer als Wildschützer – es sind meist gute Experten
  • Zusammenschluss im Bereich „Bushmeat“ aller diesbezüglich engagierten Personen und Organisationen
  • gemeinsames Auftreten der NGOs gegenüber der EU, UN-Einrichtungen und Regierungen
  • Einrichtung neuer Nationalparks und notwendiger Auffangstationen
  • Ausstattung notleidender Schutzeinrichtungen mit ausreichenden Finanzmitteln
  • Fundraising-Maßnahmen (Geldsammlungen über Spendenaufrufe), um all diese Maßnahmen sinnvoll finanzieren zu können

“Each and every one of us can make a difference – every day”

(Jane Goodall)

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