EU-Parlament verschärft Richtlinie zu Tierversuchen

Mit der Verabschiedung einer neuen Richtlinie am 12.9.2010 will das EU-Parlament die Anzahl der Tierversuche europaweit weiter senken und die Auflagen für solche Experimente straffen. Die Zahl der Tierversuche in Europa soll sinken. Das haben die Abgeordneten im Straßburger Europaparlament beschlossen. Die neue EU-Tierversuchsrichtlinie erschwert die Verwendung von Affen und soll Leid für die Versuchstiere so gering wie möglich halten. Denn dem neuen Gesetz zufolge müssen Forschungseinrichtungen und Labore auf alternative Testmethoden zurückgreifen, wenn diese EU-weit anerkannt sind.

Rund zwei Jahre lang haben Kommission, Ministerrat und Parlament verhandelt, am 8. September hat das Europaparlament der neuen EU-Richtlinie zu Tierversuchen nun mit großer Mehrheit zugestimmt. Das alte EU-Tierversuchsgesetz stammt noch aus dem Jahr 1986 und war somit nicht mehr auf dem Stand der medizinischen Forschung. Im Vergleich zu seinem Vorgänger sieht die jetzt verabschiedete Neufassung strengere Auflagen für Versuche vor und verpflichtet die Mitgliedsstaaten zur Kontrolle der Labore.

Wenn alternative Testmethoden existieren, sind diese künftig verpflichtend. Ganz ausgeschlossen werden Tierversuche aber auch weiterhin nicht. Über die Reform der Richtlinie hatten EU-Abgeordnete, die Kommission und die  Mitgliedsländer zwei Jahre verhandelt. Zum Kompromiss gehört, dass tödliche Tierversuche nur noch genehmigt werden, wenn die Tiere mit geringstmöglichen Schmerzen getötet werden.

Auch die Regeln für die Verwendung von Menschenaffen werden verschärft. Große Affen wie Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans dürfen NICHT mehr verwendet werden, andere Primaten-Arten nur in Ausnahmefällen In der EU werden jährlich etwa zwölf Millionen Tiere zu Experimenten verwendet. Die Zustimmung des Ministerrats zu dem Gesetz gilt als Formsache. Zwei Jahren haben die Mitgliedsstaaten dann Zeit für die Umsetzung in nationale Gesetzgebung.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

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3 Kommentare zu EU-Parlament verschärft Richtlinie zu Tierversuchen

  1. claudia sagt:

    ich finde es sehr ungerecht, dass jetzt neuerdings ueberall daraufhin gearbeitet wird, den schimpansen quasi als menschen zu betrachten und ihm spezielle rechte einzuraeumen, waehrend weiterhin andere tiere zu tode gefoltert werden! jedes tier hat eine sprache und gefuehle, nur versteht der mensch sie nicht! ich habe mindestens 50 laute und worte in der katzensprache gelernt und verstaendige mich mit meiner katze wie mit einem menschen – nein besser! und warum soll gerade an schimpansen der tierversuch verboten sein, da sie ja offensichtlich dem menschen am naechsten verwandt sind! dies alles ist ein paradoxon und ueberzeugt mich nicht, oder schreibt etwa jane goodall saemtliche laboratorien an, sie sollen weiterhin doch bitte alle andern tiere verwenden, nur nicht ihre geliebten teigaffen! dies tut sie naemlich schon in afrika, wo sie den leuten ueberall herumerzaehlt, sie sollten doch bitte ziegenfleisch statt schimpansenfleisch essen! nur weil diese spezies von ihr bevorzugt wird und sie zwei doktortitel hat kuscht natuerlich jeder! ich bin gegen diese politik – denn dies ist kein tierschutz, sondern sehr speziesistisch und ein schuss in den ruecken des wahren tierschutzes, der ALLES leben gleich respektiert und wertet und nicht bloss weil ein tier gewisse aehnlichkeiten mit dem menschen aufweist, dieses bevorzugt! dabei ist es ja logisch, dass ein tier mit haenden oder ruessel diese gebraucht, auch die ameisen sind ‚tool-user‘ usw! aber keine angst, ich habe keine macht und keine doktortitel und die uebrigen tiere werden weiterhin in den labors, schlachthoefen und pelzkaefigen zu tode gebracht! goodall kann in ihrem affendschungel ruhig schlafen – ich nicht! ich denke, es ist doch der hund, der menschen bei katastrophen rettet und nicht der schimpanse, der uebrigens mit mindestens 200’000 exemplaren gar keine bedrohte art ist! und was ist mit den anderen menschenaffen, mandrills, z.b.? habe noch nie gehoert, dass es auch fuer diese spezies eine auffangstelle gibt! wie dem auch sei, ich bin von goodall zutiefst enttaeuscht aber verstehen sie mich nicht falsch! ICH bin gegen tierversuche an saemtlichen tieren aber man soll den schimpansen nicht vermenschlichen und aus dem menschen keinen schimpansen machen, sonst entzieht man ihn naemlich der verantwortung gegenueber der uebrigen schoepfung und er denkt, wenn er ja doch ein tier sei, koenne er tun und lassen was er wolle! ich wuensche noch einen schoenen tag!

    • lorenz sagt:

      Zu Ihrem Kommentar nur dieses:
      Ihre Ansichten in Ehren, aber bevor Sie Sich über die Arbeit von Jane Goodall derart negativ äußern, möchte ich Sie bitten, Sich erst mal sachlich korrekt zu informieren – dass die Vegetarierin Jane Goodall bereits seit 1986 nicht mehr „ruhig in ihrem Affendschungel schläft“ lässt sich an vielen Stellen nicht nur nach lesen, sondern auch faktisch überprüfen – nicht umsonst ist sie seit damals 300 Tage im Jahr rund um den Globus unterwegs, um für das Überleben unseres Planeten zu kämpfen… „for all living things“, wie sie immer sagt.
      Mit freundlichen Grüßen
      Lorenz Knauer
      Vorsitzender JGI-D

  2. claudia sagt:

    Lieber Herr Knauer,
    ich wollte Sie nicht verletzen, aber einen Dialog beginnen; ich weiss, dass Jane Goodall viel Gutes tut und bewundere sie auch deswegen, aber manchmal ist auch Kritik notwendig, gerade aus Tierschuetzerkreisen, da oft Dinge uebersehen werden oder stagnieren koennten! Ich finde es einfach wichtig daraufhinzuweisen, dass gerade in Afrika, wo die Menschen noch sehr arm sind und keine heile Beziehung zu Tieren haben, diese nicht auf Dinge zu stossen, die diese unheilvoll verstehen koennten! Jane Goodall sagt, dass es bei diesen Leuten nichts nuetzen wuerde, vollstaendigen Vegetarismus zu predigen, aber mit ihrem ‚Vorschlag‘ liefert sie eine andere Spezies eventuell einer rohen Gesinnung aus und bewirkt evtl. viel Leid! Es sollte eben keine bestimmte Spezies vorgeschlagen werden, sonst wird es fuer andere Tierschutzgruppen kontraproduktiv! Es gibt schon an vielen Punkten beim internationalen Tierschutz Kontroversen, die oft auch durch prominente Unterstuetzer hervorgerufen werden, die sich zum Beispiel nach einer gewissen Zeit nicht mehr an ihre Statements halten und das macht uns bei bestimmten Kreisen unglaubwuerdig! Ich versuche immer in solchen Faellen schriftlich per Internet zu intervenieren, um eben gewisse Fehler die sich einschleichen koennen aufzuzeigen! Die Arbeit von Jane Goodall macht mir viel Freude und ich habe mit Interesse ihren Besuch bei Michael Aufhauser mitverfolgt – dies ist wirklich eine grossartige Leistung! Die Tiere sind fuer mich das wichtigste, aber eben – alle Tiere! Ich bin bei einer Hindu-Gemeinschaft aktiv, die eben z.b. eher nur Kuehe schuetzen und hatte auch dort scharfe Diskussionen, weil man mich wegen meiner Hunde- und Katzenliebe belaechelte! Da sagte ich sehr bestimmt, dass ALLE Tiere ein Anrecht auf Rettung und Schutz haetten, nicht ’nur‘ die Kuehe, obwohl die Kuh mein Lieblingstier ist! Nichts fuer Ungut
    mit fruendlichen Gruessen
    Claudia

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