Ein kleines Wasserfall-Abenteuer

Ja, ich gebe es zu: Ich bin wirklich feige geworden… Nachdem ich mir einmal mitten in der Wüste Namibias meine Außenbänder am Fuß gerissen hatte, weil ich es mal wieder nicht lassen konnte und mein abenteuerliebender Teil unbedingt die Düne runter rennen wollte, bin ich feige. Denn das war zwar eindeutig eine bleibende Erinnerung, aber eben eine, die ich nicht nochmal brauche. Aus diesem Grund brauchte ich auch einige Bedenkzeit als Kessy und ich, nach einem kurzen Hike vor diesem Fluss standen, den wir überqueren mussten um zum Kilasiya Wasserfall zu gelangen. Dieser kleine Fluss war eher ein reißender Strom und um herüber zukommen, mussten wir die äußerst rutschigen Steine nutzen. Bei dem Anblick habe ich zugegebenermaßen erstmal auf Stur geschaltet und wollte nicht herüber, denn ich hatte Angst mir wiedermal irgendwas zu brechen oder sonstiges, denn dafür habe ich ein zu großes Talent.

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Nachdem ich mir dann aber einige Zeit den Fluss angesehen hatte und mir selbst in den Hintern treten musste, tasteten wir uns vorsichtig von Stein zu Stein und nach einer kleinen Kletteraktion waren wir angekommen. Das Geräusch des Wasserfalls übertönte Alles und das Wasser war wunderbar kühlend, denn es handelte sich um Gletscherwasser.

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Ein Einheimischer und Besitzer des Areals, den wir trafen erklärte uns, dass Kilasiya in der Sprache der Chagga soviel heißt wie: „Es hört nie auf“. Diesen Namen hat der Wasserfall bekommen, als er vor einigen Jahrzehnten die komplette Schlucht überschwemmt hatte. Mittlerweile passiert dies nur noch bei sehr starkem Regen, denn auf dem Kilimanjaro schneit es nicht mehr so viel, was wohl dem Klimawandel zu verdanken ist. Das mag zwar für die Bewohner erstmal gut sein, denn sie müssen nicht mehr fürchten weggeschwemmt zu werden, aber irgendwann wird es diesen Wasserfall vieleicht nicht mehr geben, wenn die Gletscher geschmolzen sind und die Attraktion, durch die sie ihr täglich Brot verdienen, gibt es dann nicht mehr. Wenn man den Kilimanjaro erblickt,kann man übrigens sehr gut sehen, dass nur noch wenig Gletscher darauf sind, denn im Vergleich mit alten Fotografien ist der Gipfel inzwischen eher schwarz als weiß.

Nachdem wir den Rückweg angetreten waren, lernten wir noch einen anderen Einheimischen kennen, der uns zu sich nach Hause bat, weil er meinte, dass es gleich regnen würde. Und in der Tat, wir waren kaum über die Türschwelle getreten und es begann wiedermal zu schütten.

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Da dies ein wenig dauern konnte, bat mir der Mann dann ein selbstgebrautes Mbege (Bananenbier) an. Dieses wird einfach aus Bananen und Weizen hergestellt und ist das traditionelle Gebräu des Chagga Tribes. Es darf angeblich bei keinem offiziellen Ereignis fehlen und wenn es nicht bei solchen angeboten wird, gilt es als beleidigend.

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Also überreichte mir der Herr den ebenfalls traditionellen Krug, der anscheinend aus einer Art Kürbis hergestellt wird. Ich muss sagen, dass mir das gute, alte deutsche Bier doch um einiges besser schmeckt. Eigentlich verstehe ich noch nichtmal wirklich warum Mbege als Bier gilt, denn es hat nichts mit Selbigem gemein. Es schmeckt leicht nach gegorener Banane und die Weizenkörner sind grob und man kann sie quasi zerbeißen. Trotzdem auch dies wieder eine tolle Erfahrung, denn die Selbstverständlichkeit mit der Menschen einen einfach ins Haus bitten, ist unglaublich.

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Nachdem es dann aufgehört hatte zu regnen traten wir wieder den langen Heimweg mit dem Daladala und diesmal „nur“ 27 Mitfahrern an.

 

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